2014 – 2017
Über Rekonstruktion zu sprechen bedeutet, über die Arbeit an einem neuen Entwurf der architektonischen Vergangenheit von etwas zu sprechen. Gleichzeitig bezieht sie sich auf eine Neugestaltung des realen Lebens durch die Fiktion der Erinnerung, in der Orte, Objekte und Menschen miteinander verschmelzen und Fiktionen der Realität im Geist der Menschen erschaffen.
In der Erinnerung wirken viele Elemente zusammen, um die verlorene Zeit abzurufen; einige von ihnen sind sehr spezifisch und beziehen sich auf Details, während allgemeinere Aspekte als Referenz für jene Orte dienen, an denen bestimmte Ereignisse stattfanden. Genau an diesem Punkt fungiert Architektur als Brücke zwischen physischen Räumen und Erinnerungen.
Diese Beziehung zwischen der Erinnerung und dem architektonischen Raum sowie meine persönliche visuelle Forschung führten mich zu den Reflexionen, die dieses Werk inspiriert haben.
Wie bereits erwähnt, fungieren „Orte“ als Auslöser für das Gedächtnis, welches im Laufe der Zeit die geschehenen Fakten in diffuse Abstraktionen im Geist des „Sich-Erinnernden“ verwandelt. Seit ihren Anfängen ist die Fotografie das bedeutendste Werkzeug zur Bewahrung von Erinnerungen – der Hauptmechanismus zur Rekonstruktion vergangener Visualität.
Ebenso wie der sich Erinnernde im Akt des Gedenkens eine Zeitlichkeit rekonstruiert, gewinnt er auch eine Räumlichkeit zurück: aus Merkmalen, die als präzise gelten, und tausenden Details, die als möglich erachtet werden. Dies erzeugt eine nahezu unendliche Anzahl ähnlicher Räume.
Ausgehend von diesen Ideen bietet die Mehrfachbelichtung eine Methode, um diese Überlagerung räumlicher Bedeutungen unter demselben architektonischen Signifikanten zu visualisieren. Sie schlägt zudem neue Lesarten des Raums durch eine fantastische Geometrie vor und erzielt so ein Gefühl seltsamer Vertrautheit auf Basis einfacher geometrischer Formen.
Schließlich muss nicht erst gestanden werden, dass diese Serie auf meinen eigenen Erinnerungen basiert; darauf, meine eigene Geschichte zu erzählen, die zugleich die Geschichte vieler Menschen ist, die wir uns manchmal im Labyrinth der Arbeit mit der Vergangenheit verlieren.
Text von: Juan Pablo Berman und Eduardo Moguel (Master in Visual Arts)













